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Joanna Mądroszkiewicz wurde schon als Kind in
ihrer Heimat Polen als “eine absolute Ausnahmeerscheinung und
grenzenlos begabte Violinvirtuosin…“
(Debüt an der Nationalen
Philharmonie in Warschau 1977 gefeiert.)
Ihre fulminante Karriere in Polen: Grand Prix als
beste junge Künstlerin Polens 1977, mehrere Wettbewerbspreise, (u.
a.„Paganini –Genua“, „Wieniawski-Lublin“, „Concertino Praha“) und
Konzerte als Solistin in allen wichtigen Konzertsälen des Landes
endete abrupt 1981 mit der endgültigen Entscheidung der Auswanderung
nach Österreich. Das Debüt im Wiener Konzerthaus am 14.12.1981
(einen Tag nach der Ausrufung des Kriegsrechteszustandes in Polen)
wurde enthusiastisch aufgenommen. Es folgten Engagements in ganz
Österreich, Auftritte in bedeutenden Sälen in vielen europäischen
Ländern und in den USA (Debüt in Washington 1983) sowie die
Zusammenarbeit mit hervorragenden Orchestern, Dirigenten und
Pianisten.
Aus der Synthese der drei unterschiedlichen
Violinschulen ihrer Lehrer: Zygmunt Walter und Stefan Herman in
Polen (Stefan |
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Herman war einer der wenigen Schüler des legendären Bronisław
Huberman, dessen faszinierende Eigentümlichkeiten der Technik Joanna Mądroszkiewicz verwendet), Günter Pichler in Wien und Arthur
Grumiaux in Belgien destilliert sie ihren einzigartigen
Interpretationsstil, in dem sie das Virtuosentum nicht allein als
glanzvolle Höhepunkte der Technik vorstellt, sondern als Basis für
sich ergänzende Gegensätze der leidenschaftlichen Empfindungen,
kammer-musikalischen Gestaltungsaktes und poetischen Farbreichtums
benutzt. Diese Interpretationsvorzüge bilden den gemeinsamen Nenner
für ein enormes Repertoire (über 40 Violinkonzerte, gesamte
Violinliteratur von Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Brahms,
nahezu die gesamte polnische Violinliteratur, etc.) das ständig
erweitert wird und beinhaltet auch viele Glanzstücke der Moderne. So
debütierte Joanna Mądroszkiewicz (von den Wiener Philharmoniker
begleitet) bei den Salzburger Festspielen mit dem äußerst selten
gespielten Violinkonzert von Kurt Weill: “…zart besaitete
Ausdruckswerte ,poetische Zwiesprachen mit den wunderbaren
Begleitern, perlende, geistvoll ausgespielte Virtuosität…“ ( Die
Presse 11.08. 1998 ).
Ihr Engagement, polnische Violinliteratur in der
Welt bekannter zu machen und selten gespielte Violinwerke in ein
ungewöhnliches Licht zu stellen, brachten der Violinistin den Titel
„Ikone unter den Violinvirtuosen unserer Zeit“ ein und weckten
Interesse auch außerhalb der Musikwelt. So wurden ihre
Interpretationen der Werke von Karol Szymanowski von Musikkennern
als exemplarisch bezeichnet.
Für ihre 1992 gestartete „DIALOG“ Programmreihe
(u. a. auch beim B´nai B´rith Festival in London vorgestellt) und
die Idee, Musik als Brücke des gegenseitigen Verstehens
verschiedener Kulturkreise zu nützen und polnische Musik in die Welt
zu tragen, wurde ihr 1994 das Offizierskreuz für Verdienste um die
Republik Polen verliehen. Ein bedeutendes Beispiel dieser Programme ist u.
a. der Dialog mit dem musikalischen Reichtum des Judentums. (“Wider
die kulturelle Einäugigkeit“ Fono Forum 2/93), („..ausgezeichnete
musikalische Leistungen und stetes Bemühen, die Musik als Mittel der
Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturkreise
einzusetzen…“ Illustrierte Neue Welt 02/1994).
Der Dialog zwischen dem polnischen und dem
deutschen Kulturbewusstsein wird ebenfalls in der Arbeit der
Künstlerin immer wieder akzentuiert. (Juni 2005 beispielsweise
konzertierte Joanna Mądroszkiewicz beim Freundschaftstreffen des
deutschen und des polnischen Staatspräsidenten in Darmstadt).
Die in Deutschland produzierte Einspielung der
Werke von Henryk Wieniawski gilt bis heute als „Luxusfutter
Geigerischer Virtuosität“ (Klassik heute 6/99) und die
Gesamtaufnahmen von Solosonaten und Partiten von J.S. Bach wurden in
Deutschland mit Begeisterung aufgenommen. (…“Bach von ganzem
Herzen… Der Spiegel 10/2003).
Auch in der 2005 erschienenen CD widmete sich
Joanna Mądroszkiewicz einem polnischen Thema: die Transkriptionen
für Violine und Klavier einiger der schönsten Kompositionen von
Frédéric Chopin (die meisten davon noch nie zuvor aufgenommen) sind
ein weiterer Mosaikstein der ungewöhnlichen Repertoireideen der
Künstlerin.
Doch bei aller Verliebtheit in die Musik ihrer
Heimat bilden die Werke der großen Klassiker der Musikliteratur und
Entdeckungen der Moderne den Kernpunkt des Repertoires von Joanna
Madroszkiewicz. So wurde beispielsweise ihre Live- Einspielung „HOMMAGE á MOZART“
(gemeinsam mit der Pianistin
Barbara Moser) 2005 mit der „Wiener Flötenuhr“ ausgezeichnet.
2007 folgte eine Live-CD mit dem kompletten, sehr
selten ausgeführten Violinwerk des österreichischen Komponisten Egon
Wellesz und 2009 kehrte die Künstlerin musikalisch zurück in ihre
Heimat und produzierte (diesmal gemeinsam mit Paul Gulda) die
Gesamtaufnahme der Werke für Violine und Klavier von Karol
Szymanowski, die u.a. mit dem luxemburgischen Preis „Supersonic Award“
ausgezeichnet worden ist.
„...Joanna Mądroszkiewicz - polnische
Virtuosin von seltener Begabung. Eine Europäerin die ihre
Europaverliebtheit auf die Substanz der Kultur und das historische
Denken als Lebensprinzip versteht...“ („morgen“ 121/98)
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