Joanna Mądroszkiewicz
M ą D R O S T K A
VIOLINE

„Bach- von ganzem Herzen…“ schrieb über die von Joanna Mądroszkiewicz eingespielten Gesamtaufnahmen der Solosonaten (GRAMOLA 98752/53) der Rezensent der deutschen Zeitschrift “Der Spiegel“ (Kultur Spiegel Oktober 2003).
Joanna Mądroszkiewicz wurde schon als Kind in ihrer Heimat Polen als “eine absolute Ausnahmeerscheinung und grenzenlos begabte Violinvirtuosin…“(Debüt National Philharmonie Warschau 1977) bezeichnet. Ihre fulminante Karriere in Polen: Grand Prix als beste junge Künstlerin Polens 1977, mehrere Wettbewerbspreise, (u. a.„Paganini –Genua“, „ Wieniawski- Lublin“, „Concertino Praha“) und Konzerte als Solistin in allen wichtigen Konzertsälen des Landes endete abrupt 1981 mit der endgültigen Auswanderung nach Österreich. Das Debüt im Wiener Konzerthaus am 14.12.1981 (einen Tag nach der Ausrufung des Kriegsrechtes in Polen) wurde enthusiastisch aufgenommen. Es folgten Engagements in ganz Österreich, Auftritte in bedeutenden Sälen in vielen europäischen Ländern und im Übersee sowie die Zusammenarbeit mit hervorragenden Orchestern, Dirigenten und Pianisten.
Aus der Synthese der
drei unterschiedlichen Violinschulen ihrer Lehrer: Zygmunt Walter und Stefan Herman
in Polen (Stefan Herman
war einer der wenigen Schüler des legendären Bronislaw Huberman, dessen
faszinierende Eigentümlichkeiten der Technik Joanna Mądroszkiewicz verwendet),
Günter Pichler in Wien und Arthur Grumiaux in Belgien destilliert sie ihren
einzigartigen Interpretationsstil, in dem sie das Virtuosentum nicht allein als
glanzvolle Höhepunkte der Technik vorstellt, sondern als Basis für sich
ergänzende Gegensätze der leidenschaftlichen Empfindungen, kammermusikalischen
Gestaltungsaktes und poetischen Farbreichtums benutzt.
Diese Interpretationsvorzüge bilden den gemeinsamen Nenner für ein enormes
Repertoire, das die Künstlerin ständig erweitert. So debütierte Joanna
Mądroszkiewicz (von den Mitgliedern der Wiener Philharmoniker begleitet) bei den
Salzburger Festspielen mit dem äußerst selten gespielten Violinkonzert von Kurt
Weill: …zart besaitete
Ausdruckswerte ,poetische Zwiesprachen mit den wunderbaren Begleitern, perlende,
geistvoll ausgespielte Virtuosität…“ (
Die Presse 11.08 1998 ).
Ihr Engagement, polnische Violinliteratur in der Welt bekannter zu machen und selten gespielte Violinwerke in ein ungewöhnliches Licht zu stellen, brachten der Violinistin den Titel „Ikone unter den Violinvirtuosen unserer Zeit“ und weckten Interesse auch außerhalb der Musikwelt. So wurden ihre Interpretationen der Werke von Karol Szymanowski (zuletzt mit den Wiener Symphonikern) von Musikkennern als exemplarisch empfunden.
Für ihre 1992
gestartete „DIALOG“
Programmreihe (u. a. auch beim B´nai B´rith Festival in London vorgestellt) und
die Idee ,Musik als Brücke des gegenseitigen Verstehens verschiedener
Kulturkreise zu nützen und polnische Musik in die Welt zu tragen, wurde ihr 1994
das Offizierskreuz für Verdienste um die Republik
Polen verliehen.
Ein bedeutendes Beispiel dafür war u.a. der
Dialog mit dem musikalischen Reichtum des Judentums.
“Wider die kulturelle Einäugigkeit“ Fono Forum 2/93 (EMI Classics
„DIALOG“ 7 54639-2):
„..ausgezeichnete musikalische Leistungen und stetes Bemühen ,die Musik als
Mittel der Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturkreise
einzusetzen…“ (Illustrierte Neue Welt 02/1994).
Der Dialog zwischen dem polnischen und dem deutschen Kulturbewusstsein wird ebenfalls in der Arbeit der Künstlerin immer wieder akzentuiert. (Juni 2005 beispielsweise konzertierte Joanna Mądroszkiewicz beim Freundschaftstreffen des deutschen und des polnischen Staatspräsidenten in Darmstadt).
Die Einspielung der Werke von Henryk
Wieniawski:
(„Wieniawski-Polonaise brillante“ MDG 603 0863-2), gilt bis heute als
„Luxusfutter Geigerischer Virtuosität“ (Klassik heute 6/99).
Auch die 2005
erschienene CD widmet sich einem
polnischen Thema:
die Transkriptionen für Violine und Klavier einiger der schönsten Kompositionen
von Frédéric Chopin („CHOPIN arrangements by…“MDG 603 1296-2 ) sind ein
weiterer Mosaikstein der ungewöhnlichen Repertoireideen der Künstlerin.
Doch bei aller Verliebtheit in die Musik Ihrer
Heimat bilden die Werke der großen Klassiker der Musikliteratur und Endeckungen
der Moderne den Kernpunkt des Repertoires von Joanna Madroszkiewicz.
Für Ihre Live-Einspielung „HOMMAGE a MOZART“ (GRAMOLA 987 51) wurde sie
(gemeinsam mit der Pianistin Barbara Moser) 2005 mit der „Wiener Flötenuhr“
ausgezeichnet und die neuste Live – Einspielung widmet sich dem Violinwerk des
österreichischen Komponisten Egon Wellesz.
Joanna Mądroszkiewicz – polnische Violinvirtuosin von seltener Begabung. Eine Europäerin, die ihre Europaverliebtheit auf die Substanz der Kultur und das historische Denken als Lebensprinzip versteht… („morgen“ 121/98)